Straight from the heart: Die Botschaft der Einsamkeit

April 30, 2019

 

Kennst du das manchmal auch? Es packt dich die Einsamkeit, auch wenn du eigentlich immer von irgendwem umgeben bist? So eine innere Einsamkeit meine ich, die sich so nach „ich fühle mich irgendwie allein“ anfühlt.

 

Einsamkeit war schon immer ein gelegentlicher Begleiter. Mal mehr mal weniger. Weniger in glücklichen Familienmomenten, in denen ich mich als Mutter eingebettet fühle in Glückseligkeit (natürlich auch nicht immer :-)). Und dann aber auch mal mehr, wenn ich im Laufe meines Lebens von Menschen verlassen wurde, bei Abschied oder wenn ich zum Beispiel was Neues beginne und es zunächst vielleicht mit der Angst zu tun bekomme.

 

Man müsste meinen, dass Einsamkeit dann entsteht, wenn ein anderer Mensch oder mehrere andere Menschen im Leben fehlen. Wenn man allein ist. Einsamkeit ist aber sehr viel mehr ein inneres Gefühl. Ein Gefühl, das ganz schön beängstigend sein kann. Oft ist es sogar so überwältigend,dass man es sofort versucht abzuschütteln und loszuwerden.

 

Also lenkt man sich ab!

Mit anderen Menschen – man macht sich Dates, Besuche, Treffen aus oder vergräbt sich tief in Arbeit, damit man ja schön abgelenkt ist und der fiese Kummer möglichst nicht hochkommen kann. Ablenkungen kann natürlich auch in Form von Konsum erfolgen. Zucker, Naschereien, Zigaretten, Alkohol, auch der Konsum von Social Media – wir stopfen alles in uns rein, füttern uns damit, um ja nicht am ganzen Leib spüren zu müssen, wie einsam wir uns in Wahrheit fühlen.

 

Es ist uns meistens gar nicht bewusst, wie oft am Tag wir auf´s Handy starren, nur um uns abzulenken und das Gefühl zu haben, nicht alleine zu sein (irgendwer hat sicher auf eine SMS geantwortet, ein Whats App Bild geschickt oder irgendwas auf Facebook gepostet).

 

Beobachte mal wie oft am Tag du dich mit Essen, Social Media oder Arbeit ablenkst. Du wirst dich
selbst erschrecken! Zumindest geht’s mir immer wieder so….


Natürlich geht’s dabei nicht nur um Gefühle wie Einsamkeit, sondern auch um viele andere Gefühle, die wir gerade nicht sehen wollen. Aber lass uns derweil mal nur bei der einen Emotion bleiben :-).

 

Einsamkeit wird meist durch irgendeine Schlüsselsituation ausgelöst. Vielleicht bei einem Streit oder in Momenten, in denen du dich unwohl fühlst (z.B. wenn du krank bist, deine Tage hast, verletzt bist oder dich einfach gerade nicht gut fühlst). Es kommt nicht immer klar und deutlich zum Vorschein, sondern zeigt sich meistens eben durch ein bestimmtes Unwohlsein. Also wenn du dich zum Beispiel irgendwie unrund fühlst, aber dennoch kein Bock hast allein zu sein, du dich lieber von Menschen umgeben fühlst und das Bedürfnis nach Ablenkung hast.

 

 

Der süße Schmerz des Abschieds.

Vor ein paar Wochen musste ich mich von einem sehr lieben Menschen verabschieden. Ich war gezwungen eine wichtige Entscheidung zu treffen, unsere Vorstellungen waren damit auf „arbeitstechnischer“ Ebene nicht mehr die Gleichen und so mussten wir uns trennen. Das hat so weh getan. Beim letzten gemeinsamen Gespräch hat mein Herz geweint, weil mir klar war, dass sich diese Entscheidung auch auf unsere Beziehung zueinander auswirken würde. Es hat sich fast wie Schluss machen angefühlt und war einfach schrecklich. Ich habe mich so verbunden mit ihr gefühlt und auf einmal war sie weg aus meinem Leben, einfach so, von heute auf morgen und ich konnte diese Tatsache anfangs nur ganz schwer annehmen.

 

Viele Menschen treten in dein Leben,

aber nur einige besondere unter ihnen hinterlassen auch Spuren in deinem Herzen.

 

Menschen kommen und gehen. Manche bleiben länger, andere nicht. Manche tauchen auf in deinem Leben und verschwinden dann wieder ohne, dass es dir groß was ausmacht. Und wiederum andere Menschen lösen so viel in dir aus, berühren und bewegen dich. Wenn diese Menschen aus deinem Leben gehen, hinterlassen sie Spuren. Spuren von Dankbarkeit, von Glück, aber eben auch von Einsamkeit. Wenn dich gerade diese Menschen über kurz oder lange (oder für immer) verlassen, löst das in dir möglicherweise ein Gefühl der eigenen Unvollkommenheit aus.

 

Das Gefühl, dass irgendwie was fehlt.

In den meisten Fällen versuchen wir diese leeren Stellen, diese Lücken zu füllen, um uns irgendwie wieder ganz zu fühlen. Aber das ist nicht die Lösung. Denn die Einsamkeit will dir was zeigen, sie ist der Arm, die Hand, die Verlängerung deines Herzens, das dich versucht zu rufen und auf sich aufmerksam machen will.

 

 

Dein Herz will dir sagen „Hey, ich schlage immer noch hier drinnen, ich bin immer noch da, ich bin es,
wer immer für dich da ist. Hier DRINNEN, nicht da DRAUSSEN.“

 

Wir suchen alles was wir brauchen im Außen, in unserem Umfeld und finden immer weniger in und an uns. Deshalb auch Konsum (Shopping, TV, Social Media, Zucker, Alkohol, Drogen) und die dauerhafte Erwartung an unsere Mitmenschen, dass sie uns glücklich machen, denn wir spüren ja gar nicht mehr woher und womit wir uns sonst VERBUNDEN, VOLLKOMMEN und GENUG als Mensch fühlen könnten.

 

Verstehst du was ich meine?

 

Ich hätte mich nach dem Abschied von meiner Freundin ewig mies, vielleicht frustriert und allein fühlen können. Ich hätte mir eine Ausrede zurechtlegen können, indem ich behaupte, dass sie mir gar nie so richtig wichtig war. Ich hätte mich ablenken können, damit ich nicht die Botschaft dieses Abschieds begreifen muss.

 

Es ist bereits alles da.

Als das Einsamkeitsgefühl kam, habe ich geweint. Viel geweint und getrauert. Ich habe mir viele Male ans Herz gefasst, mich mit ihm verbunden und einfach gefühlt was hochkommt. Ich habe um sie getrauert und dass ich nun niemanden mehr in meinem Umfeld habe, die mich so sehr versteht wie sie. Ich hatte Angst, dass ich allein mit meinen Sorgen und (Selbst-) Zweifeln wäre, die ich ihr immer anvertrauen konnte, während sie immer die richtigen Worte für mich fand, mich ermutigte so zu sein wie ich bin und ich mich dadurch so gestützt und aufgefangen gefühlt hab. Mich überkamen plötzlich auch Gefühle der Unsicherheit, des nicht genug seins und der Leere.

 

In der ganzen Zeit habe ich mich dann ganz bewusst mütterlich und liebevoll behandelt, habe Verständnis für mich aufgebracht, habe die Tränen und die Trauer und all die unangenehmen Gefühle zugelassen. Ich habe mir duftenden Tee gekocht, Zeit mit mir allein im Wald und Yoga verbracht, hab mir Schaumbäder gemacht (und mich wörtlich in meiner Trauer gebadet). Ich habe meinem Herzen bewusst zugehört. Und auf einmal kam dann das Lächeln Von innen heraus. Die innere Kraft. Die Dankbarkeit. Das Gefühl der Vollkommenheit und die Erkenntnis:

 

ES IST JA WIRKLICH ALLES IN MIR WAS ICH BRAUCHE.

 

Tatsächlich ist es kein esoterisches Geschwätz, sondern die innere Wahrheit darüber, wie sich jeder einzelne von uns eigentlich ausrichten sollte: nach INNEN.

 

Du weißt plötzlich, womit du dich am besten nähren kannst, um dich vollkommen(er) zu fühlen.

 

Du spürst, was dir guttut und was NICHT.

 

Du siehst keinen Sinn mehr darin zu warten, bis jemand kommt und „dich rettet“, dir Anerkennung oder Liebe gibt, nur damit du dich ganz fühlst.

 

Du brauchst keinen Superhelden oder Superheldin mehr, denn auf einmal bist du deine ganz eigene
Heldin.


Menschen kommen und gehen und sie haben immer eine Botschaft für dich. Höre hin was dir deine Einsamkeit oder sonstige anfangs unangenehme Gefühle sagen wollen. Lass sie zu und du wirst erkennen, dass es sich lohnt! Es gibt Dinge die kann man nicht beschreiben, auch nicht auf einem Blog – man muss sie ganz einfach selbst FÜHLEN.

 

Ich bin dankbar für „sie“ und für alle Begegnungen in meinem Leben, die mir was gezeigt haben. Ich freue mich auf alle weiteren Begegnungen. Ich bin dankbar für meine immer größer werdende Selbstliebe und die Bereitschaft mich mit meinem Wesenskern und wer ich wirklich bin, auseinander zu setzen. Ich bin dankbar, dass ich es geschafft habe, diese Gefühle in Worte zu fassen, damit sie die ein oder andere von euch erreichen, vielleicht berühren und im Besten Fall eine Hilfe sein können.

 

Es ist OK wenn du dich einsam fühlst. Es ist OK, wenn es nicht immer klappt auf dich und dein Herz zu hören. Es ist ok, nicht ok zu sein. Das wichtigste ist, dass du liebevoll mit dir bist!

 

Ganz viel Herzenswärme von mir zu dir und alles Liebe,
Sabrina Anna

 

 

 

 

 

Please reload