Abendrituale für Mamas. Wie du deine Me-time bereits im Kinderzimmer startest

February 18, 2018

 

 

Auch Kinder, die nicht einschlafen wollen? Davon können wir wohl alle, mal mehr, mal weniger ein Liedchen singen. Ich aktuell auch. Bis vor wenigen Wochen ist mein kleiner Kerl innerhalb von wenigen Minuten eingeschlafen. Er ging sogar immer gerne ins Bett! Ein bisschen Händchen halten, ein Liedchen trällern und schon war er weg. Der Traum einer jeden Mutter!

 

Wie alle Phasen, sind auch leider solche irgendwann vorbei und das Kleinkind beschert Mutti neue Herausforderungen. Abends sitze ich nun zwischen 1-2 Stunden neben seinem Bettchen, singe gefühlt 27 Lieder und erzähle 17 Geschichten von Tieren aus dem Wald ( mit versteckter Alle-wollen-doch-schlafen-Botschaft). Natürlich stets mit der Hoffnung, dass sich doch gleich der Schlaf bei diesem kleinen Menschen einstellen muss, der den ganzen Tag wie "mit Hummeln im Hintern" herumsaust. Welch´ Energie so ein Kindchen an den Tag legt, das würde ein Erwachsener wohl nur mit sieben Red Bull und drei großen Kaffeetassen intus schaffen. Oder bleiben wir einfach realistisch -  nicht mal dann!

 

Nach dem Motto "Heut´ ist noch lange nicht Schluss" wird trotz Augenringe bis zum Kinn ragend, vehement gegen die Müdigkeit angekämpft.

 

Es wird also geturnt, erzählt, gesummt, der Mama, die so tut als würde sie schlafen, in der Nase herum gebohrt und vieles mehr. Das bringt Mama am Ende eines ereignisreichen Tages schon mal an ihre persönlichen Grenzen.

 

Sehr amüsant für ihn, weniger für mich. Irgendwann hat Mutti nämlich einfach keinen Bock mehr zum bespaßen und bringt auch nicht mehr die erforderlichen Nerven auf, sondern möchte sich einfach eine stupide Serie im TV ansehen oder maximal ein Buch lesen und ein Gläschen Wein zur Beruhigung des Gemüts trinken.

 

Das kann ich momentan knicken! Stattdessen sitze ich hoffnungsvoll wartend da und wünsche mir sehnlichst den Schlaf meines Nachwuchses herbei. Und wenn dies nach gefühlten 100 Stunden endlich soweit ist, bin ich meistens selbst so müde, dass ich sogleich auf dem Sofa einschlafe.

 

Me-time adé!

 

Die Situation ist aber gerade nun mal so, ich kann sie nicht ändern, er braucht mich zum einschlafen und es fällt ihm im Moment nun mal nicht so leicht. Das ist auch völlig ok so! Mir ist aber ebenso wichtig, dass meine wenige Zeit für mich nicht zu kurz kommt bzw. dass auch ich abends einfach zur Ruhe kommen kann.

 

Also Planänderung, hab ich mir vor ein paar Wochen gedacht: Meine Me-time muss bereits im Kinderzimmer stattfinden!!

 

How to put your "me-time" into the Kinderzimmer

 

Nachdem sämtliche Geschichten erzählt, Lieder gesungen und Gute Nacht-Küsse verteilt wurden, darf es auch für mich entspannter werden. Ich weiß nicht wie es bei dir so ist, aber bei meinem kleinen Kerlchen kommt irgendwann der Zeitpunkt, da wird er schon etwas ruhiger. Da dauert es zwar immer noch ewig bis er tatsächlich die Äuglein zumacht und tief schläft, aber zumindest brauche ich nicht mehr aktiv für ihn da zu sein (Geschichten erzählen, singen, usw.), meine schlichte Anwesenheit genügt.mUnd hier beginnt bereits die Zeit für mich.

 

Ja. Selbstfürsorge kann tatsächlich bereits im Kinderzimmer stattfinden!

 

Natürlich möcht ich euch keine Märchen erzählen. Alles was ihr wie folgt lest, klappt auch nur in 3 von 10 Fällen - aber immerhin. Wenn es klappt bin ich jedenfalls weniger gefrustet. Es ist also auf jeden Fall einen Versuch Wert.

 

Situation akzeptieren

Das Wichtigste ist, dass man aufhört sich zu ärgern. Es ist wie es ist und wird ja auch wieder besser (zumindest geh ich jetzt mal stark davon aus bis er 18 ist! Aaaaaaaah!). Nichts ist von Dauer. Entspann dich also innerlich und mach dir selbst keinen Stress. Gib dich der Situation hin, versuche sie nicht zu kontrollieren. Das vereinfacht das Ganze schon ungemein.

 

Warmduscher

Bevor ich ihn ins Bett bringe, darf er sich noch ein paar Minuten seine Lieblingssendung anschauen. Währenddessen hüpfe ich unter die Dusche und zieh mir einen gemütlichen Pyjama an. Cozy und frisch lässt es sich einfach besser entspannen.

 

Machs dir gemütlich

Sitze ich stocksteif neben dem Kinderbett, kommt mir das Warten auf den Schlaf des Kindchens, wie eine ewig lange Reise bis zum Mond und wieder zurück, vor. In seinem Zimmer haben wir jetzt also eine gemütliche Matratze mit vielen kuscheligen Polstern direkt neben sein Bett gelegt, auf der ich währenddessen selbst etwas zur Ruhe kommen kann. Am Tag spielt er darauf auch sehr gerne, sie ist also multifunktional einsetzbar :)

 

 

 

Stöpsel ins Ohr

Ich hab mir am Handy ein Album angelegt. Mothers finest sozusagen, mit Songs die mich beflügeln, entspannen und relaxen. Ich schieb mir also einen Ohrenstöpsel in ein Ohr und stell mich schlafend. Das ist in unserem Fall notwendig, geprüft und als am Effektivsten empfunden worden: Nur wenn er glaubt, dass auch die Mama tatsächlich schläft, klappt´s bei ihm mit dem Schlaf. Irgendwann zumindest. So lieg ich also da, lausche guter Musik und bin sofort weniger genervt, weil das Warten nicht mehr wie warten empfunden wird.

 

Super geeignet dafür sind auch geführte Meditationen. Diese holen dich runter, du wirst relaxed und kannst dich dabei auf deine eigenen Empfindungen konzentrieren. Meine Lieblingsmeditation (auch zum Einschlafen, wenn mal Gedankenkarussel angesagt ist) ist die Yoga Nidra Meditation für Mamas von Geburt und Mama sein, diese findest du hier!

 

Kerzenmeditation

Nicht nur romantisch und lichtspendend, sondern auch sehr effektiv in Sachen Beruhigung. Bevor ich mich zum Goldjungen hinlege, zünde ich die Kerze auf der Kommode an. Es ist auch schon zu einem schönen Einschlafritual bei uns geworden. Die Kerze bringt uns Licht in der Dunkelheit und beschützt uns (erzähl ich ihm). Ich betrachte also irgendwann das warme Kerzenlicht der Flamme. Dabei versuche ich ruhig zu atmen und stelle mir dabei vor, wie die funkelnden Strahlen des Lichts auf mich einwirken und dass die Kraft dieses Lichts beim Einatmen auf mich übergeht, ich sie aufnehme und beim Ausatmen lasse ich alles was mich ärgert, frustriert oder worüber ich mir Sorgen mache, aus mich hinausströmen.

 

Wenn man das öfter macht, spürt man (zumindest bildet man sichs ein und das hilft auch schon), wie das Licht der brennenden Kerze hilft, sich von schlechten Stimmungen und Gefühlen zu befreien. Wenn ich das Zimmer verlasse, geht die Kerze natürlich mit mir mit und an ihre Stelle tritt das Licht der kleinen Nachtlampe.

 

Denk an dich

Lob dich mal. Denk darüber nach, was du heute alles geschafft hast, liebe Mami. Das daran erinnern, was man alles geschaffen hat, ist sehr befriedigend und hilft, sich am Ende des Tages besser entspannen zu können. Dank dir selbst dafür uns sei stolz, was du Tag ein, Tag aus so alles meisterst. Wenn dir bereits Gedanken kommen, was du morgen wieder alles zu tun hast, dann schieb diese Gedanken einfach weg. Schmeiß sie gedanklich in deine Entspannungskerze. Heute wurde genug getan, gedacht und organisiert!   Morgen ist ein neuer Tag!

 

Womöglich sind einige Punkte nicht immer gleichermaßen umsetzbar. Wenn das Kind/ die Kinder z.B.  einen Ich-schlaf-sicher-nicht-Tanz im Bett aufführen, alle 30 Sekunden etwas anderes von dir brauchen und/ oder erst sehr spät ins Bett gehen, gestaltet sich das etwas schwerer.

 

Ich bin Mutter von einem Kind, nicht von zwei, drei, vier oder fünf - ich habe aller größten Respekt vor Mamas, die abends mehr als ein kleines Kind zu Bett bringen müssen - ihr seid wahrlich Heldinnen!

 

Wenn du es hin und wieder dennoch schaffst, dich am Ende des Tages innerlich mehr zu entspannen, als dich über die mangelnde Zeit für dich zu ärgern, dann schließt du den Tag einfach etwas achtsamer und gelassener ab.

 

Vielleicht kannst du dich dadurch sogar schon auf die Bettgehzeit des Kindes/ der Kinder freuen...

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ;)

 

Wenn jemand noch weitere Ideen und Tipps hat, für schöne Mama-Abendrituale, dann bitte gerne in den Kommentaren mitteilen. Dafür sind wir sicher alle dankbar!

 

In diesem Sinne einen entspannten Abend liebe Mama!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Please reload