Warum Mamas mehr Chaos in ihrem Alltag brauchen

Die Unordnung der Dinge erscheint uns manchmal als besonders reizvoll, nicht wahr? Ein unaufgeräumtes Leben scheint doch irgendwie wilder, strahlender und erfüllender, als eines das sich Tag für Tag nach bestimmten Regeln und Strukturen fügt. Doch für uns als Mamas sind Strukturen, Regeln und Ordnung unumgänglich, um alles halbwegs unter Kontrolle zu haben. Für Kinder ist es wichtig, dass wir ihnen einen geordneten Rahmen bieten, an dem sie sich orientieren können und keine Mutti die planlos und verträumt durchs Leben marschiert. Richtig?

Meine Antwort bzw. meine Wahrheit, woran ich glaube ist, dass es eine Balance geben muss für Mamas. Eine Balance zwischen einer gewissen Aufgeräumtheit und Ordnung im Leben einer Mama. Aber sich selbst auch zu erlauben, chaotisch leben zu dürfen. Damit ist weniger der Haushalt und viel mehr die innere Haltung, die wir als Mutter an den Tag legen, gemeint.

Sich ständig unter Druck zu setzen, was leisten zu müssen, aktiv zu sein, alles richtig zu machen, die Wochentage durchzuplanen und terminlich zuzupflastern bis aufs Letzte, damit möglichst alles erledigt wird und man immer schön aktiv war, ist auf Dauer verdammt langweilig, es laugt uns aus und es nimmt uns den Spaß am Leben.

Ausgeglichenheit ist der Schlüssel zu unserem Glück als Frau und Mutter. Eine Art Befriedigung. Struktur und Ordnung sind ebenso wichtig für uns, wie auch eine bestimmte Unaufgeräumtheit in unserem alltäglichen Leben.

Hier kommt die Chaos4Mama Theorie ins Spiel:

Es geht vor allem darum, dass du dich in jeder Situation ganz bewusst auf deine aktuellen Bedürfnisse fokussierst. Es braucht Mut, sich gewisse Wünsche einzugestehen, weil wir als Mutter immer Angst haben, was falsch zu machen oder verurteilt zu werden. Lebst du nach der Chaos4Mama Theorie, brichst du bewusst bestimmte, traditionelle Muttiklischees. Damit stellst du die Dinge, so wie sie sind mal ordentlich auf den Kopf und hinterfragst, ob sie für dich statsächlich Sinn machen.

So beginnst du anders zu denken, spielst nach deinen eigenen Regeln und wirst damit zu einem neuen Mama-Vorbild. Ein Vorbild nach dem sich unsere Töchter eines Tages orientieren können. Damit sie es leichter haben, so zu leben wie sie wollen. Mamas, die eigenständig denken, fühlen handeln, ganz nach ihren Bedürfnissen leben und so zum Leuchtturm für ihre Kinder werden. Ein Leuchtturm, der Orientierung bietet, den Weg zeigt, Halt gibt und fest verankert am Boden steht.

Die Chaosmama

# Wenn du das nächste Mal zum Beispiel am Spielplatz stehst, zusiehst wie deine Kleine/ dein Kleiner die Rutsche runter saust, versuchst du mal in dich rein zu hören, wie es dir gerade geht und wer du gerade bist, was dir fehlt und was dich glücklich macht. Quasi eine persönliche Bestandsaufnahme. Du kannst nicht nach deinen Bedürfnissen leben, wenn du sie gar nicht kennst. Du kannst nicht DU sein, wenn du gar nicht weißt, wer du eigentlich bist.

Alleine darüber nachzudenken ist schon die beste Selbstfürsorge, die du dir schenken kannst. Wenn du ein visueller Typ bist, wie ich, dann kannst du dir z.B. eine Collage mit deinem aktuellen Gefühlszustand basteln oder in deinem Tagebuch notieren was dich gerade beschäftigt. Wenn du deine Empfindungen notiert hast, hast du schon mal einen klaren Überblick über deine Situation und bist dir selbst schon ein ganz großes Stück näher. Dieses Moodboard finde ich für mich auch immer sehr hilfreich. Download gerne hier!

# Alltagsträumerein. Die Chaosmom liebt das! Es wirkt so beflügelnd, sich zwischendurch mal in der eigenen Welt zu verlieren. Über Geheimnisse, Wünsche, Ideen, Sehnsüchte, Erinnerungen nachzudenken. Alltagsträume sind Meditationen in Miniform und tun sooo gut!

# Die richtige Balance zwischen Plan und Planlosigkeit. Eine Chaosmom weiß wie wichtig es ist, zwischendurch auszubrechen aus der starren, einschläfernden Alltagsstruktur. Einfach mal passiv sein. An bestimmten Tagen weiß sie: Heute ist Musik. Heute macht sie, wonach ihr mit den Kindern ist, ohne Plan, ohne Verpflichtungen, alles kann warten. Saustall, Aufgaben, Termine werden heute einfach mal ignoriert.

# In der Passivität liegt die Kraft. Ständig aktiv sein zu müssen, Leistung zu erbringen, kann so ermüdend sein. Dennoch haben wir das als Mutter in unserem Alltag bereits perfektioniert. Und wir leben in einer Leistungsgesellschaft... AKtiv sein und permanent Leistung erbringen - können wir. Was uns eher schwer fällt: nichts tun. Eine Chaosmom kennt sich selbst gut und weiß, wann es an der Zeit ist auch mal passiv zu sein. Sie bleibt auch mal einen Tag lang mit den Kindern im Pyjama. Gegessen wird Tiefkühlware, rumhängen auf der Couch, Zeitung lesen, Spiele spielen, herum toben, Kind sein, oder an die Wand starren, alles andere ist an diesem Tag unwichtig. Der Wäscheberg ist danach wahrscheinlich noch größer ja, die Küche ein Schlachtfeld, dafür weicht aber auch einfach mal die Anspannung aus unseren Körpern. Ein verregnet grauer Sonntag eignet sich dafür besonders gut.

# Leidenschaft. Leidenschaft ist in jeder Hinsicht sehr essentiell für eine Chaosmom. Das weckt das Feuer in ihr. Ob in der Sexualität, in ihrer Kreativität oder in Form eines Hobbies – Leidenschaft weckt besonders starke Gefühle und dies wirkt wiederum sehr stimmungsaufhellend, bereichert das Leben und gibt ihm einen gewissen Pepp. Wo in deinem Leben bist du leidenschaftlich?

# Bad Mom for real. Nette Geschichte, der Film. Jede von uns, trägt aber ihre eigene "Bad Mom Seite" in sich. Eine Chaosmom lässt diese von Zeit zu Zeit auch mal ordentlich raushängen. Sie provoziert hin und wieder auch mal bewusst Reaktionen.

So what?! Schluss mit gefallen wollen. Zu unseren Kindern sagen wir, sie dürfen sein, wer sie sein wollen, aber selbst leben wir das nicht?

Tipp: Wenn du dein Kind zur Schule/ Kindergarten/ Krabbelstube bringst - tauch da mal ganz bewusst aufgestylt oder auch total zerzaust und chaotisch auf. Es geht dabei nicht um die Anderen, dass du sie damit inspirierst oder verwunderst. Es geht dabei um dich und dass es für dich unbedeutend ist, was andere von dir halten.

# Eine Chaosmom lebt ihr Bedürfniss nach Freiheit und Unabhängigkeit. Mal raus. Mal weg. Mal entspannen. Keine Verantwortung zwischendurch. Nur du. Egal für wie lang, hauptsache hin und wieder das Gefühl von Selbstbestimmtheit haben.

# Das Zauberwort heißt NEIN. Die Chaosmom kennt ihre Grenzen, schützt diese bewusst und weiß wann es an der Zeit ist auch mal Nein zu ihren Mitmenschen zu sagen.

# Eine Chaosmom hat den Mut anders zu sein. Sie vergleicht sich nicht mit anderen, denn sie weiß, das ist Gift für sie. Sie handelt so, wie sie es für richtig hält. Sie macht niemals etwas nur deshalb weil sie glaubt, sie müsse es tun, weil es von ihr erwartet wird und weil es sich eben "so gehört".

Sei einfach so wie du gerade sein willst. Erlaube dir das!

Du bist und empfindest immer anders:

Mal bist du wild und kreativ, mal launisch und lustlos.

Mal bist du aktiv und unternehmungslustig, mal total passiv und einfach müde.

Mal probierst du gerne etwas Neues aus, ein anderes Mal brauchst du die Sicherheit und Beständigkeit des alt bekannten.

Mal fühlst du dich jung und dann wieder stein alt.

Mal fühlst du dich gut in deiner Haut und schön, mal fühlst du dich nicht gut und findest hier und da was auszusetzen.

Mal bist du lustig und humorvoll, mal bist du betrübt und traurig.

Mal fühlst du dich unbeschwert und bist gelassen, mal bist du total angespannt und gestresst.

Mal bist du voller guter Hoffnung, ein anders Mal siehst du dich über eine Herausforderung nicht hinaus.

Mal fällt dir alles leicht, mal fällt dir alles schwer.

So facettenreich sind wir nun mal!

Wir haben es selbst in der Hand zu entscheiden, ob wir stets gehetzt & dauererschöpft sein wollen oder auch mal lieber mit einer besonnenen, yogamäßigen easy going Haltung unseren Alltag meistern.

Lebe, wenn du leben willst, plane, wenn du planen musst, tob dich aus, wenn dir danach ist - aber machs weil DU es so willst. Das ist die Chao4Mama Theorie.