Für alle Einzelkindmamas, die sich fragen: Soll mein Kind Einzelkind bleiben oder ein Geschwisterchen bekommen? Oder besser: Will ich wirklich ein zweites Kind?

July 6, 2017

 

Kaum hat man das erste Kind zur Welt gebracht, wird man schon mit der Frage des zweiten Kindes durchlöchert.

Für manche Mamas ist es bereits schon bei Ankunft des ersten Kindes klar, dass noch weitere Kinder folgen werden. Wiederum andere Mamas sind gut mit einem Kind beschäftigt und verunsichert ob ein zweites Kind belastungstechnisch überhaupt machbar ist.

 

So auch ich.

 

Man bekommt immer einen Haufen Gruselgeschichten zu hören, wie enorm sich das Leben nach dem zweiten Kind nochmal verändert. Viel zu selten bekommt man die schönen, lebenswerten, ergreifenden, bewegenden, liebevollen, positiven Aspekte, die mehrere Kinder mit sich bringen, zu hören.

 

Das wollen wir hier in diesem Beitrag ändern. Ich habe mich bei Mama Bloggerinnen, die bereits Mehrfachmamas sind umgehört und darf euch anschließend ihre schönen Kommentare zum Thema zweites Kind lesen lassen.

 

Zuerst aber noch ein paar beliebte Vorurteile, Glaubenssätze und Aussagen, mit welchen wir Einzelkindmamas gerne von der Gesellschaft konfrontiert und verunsichert werden.

 

Ihr kennt sie bestimmt alle…

 

Ein Kind ist kein Kind. Oder: Ein Kind ist ja ein Spaziergang!

Wasss? Wie jetzt?! Also für mich ist das definitiv kein Spaziergang. Ein kleines Menschlein zu umsorgen, rund um die Uhr, immer seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, erforschen und analysieren was es hat, was es braucht, selbst kommt man oft am Zahnfleisch daher, schaut manchmal mehr wie ein Zombie und weniger wie ein Mensch aus, …das mache bzw. stehe ich alles sehr gerne für mein Kind durch, aber Spaziergang ist es sicher keiner. Wie wird das dann erst mit zweien? Ein Kind ist kein Kind?! Oje, vielleicht bin ich einfach nicht dafür geschaffen, Mama zu sein. Oder ich verfüge zumindest nicht über die gleichen Fähigkeiten, Disziplin und Superkräfte wie andere Mamas. Man wird da ganz schnell verunsichert und stellt sich aufgrund dieser These schnell die Frage, ob es wirklich klug ist, noch ein zweites Kind zu bekommen.

 

Das zweite Kind ist kein Problem. Das läuft einfach so mit!

Dieser Standardfloskel, mag ich nicht unbedingt Glauben schenken. Baby ist Baby. Kind ist Kind. Alle haben doch Bedürfnisse, jeder auf seine Art. Mehrere Bedürfnisse auf einmal befriedigen zu müssen, das stelle ich mir nicht einfach vor.

 

Einzelkinder entwickeln sich schlechter, können sich nicht so gut sozial anpassen bzw. anschließen und werden gerne zu den Tyrannen unserer Gesellschaft!

Aha. Also ich denke, das kommt doch schon auf die Erziehung und vor allem auf den jeweiligen Charakter des Kindes an. Vielmals fühlt es sich für mich, da geht’s sicher vielen Mamas so, wie eine Art Leistungsanspruch der Gesellschaft an, dass man mehrere Kinder hat. Mehrere Kinder haben ist wie eine Norm, gehört zum Lebensplan einer jeden Frau….

 

Es liegt ja mittlerweile schwer im Trend, eine Mehrfachmama zu sein. Umso mehr Kinder, desto besser. Wenn man sich viel mit sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Instagram beschäftigt, wird einem das erst so richtig bewusst. Man wundert sich über Fotos, die wunderschöne und picobello aufgeräumte Designerhäuser zeigen. Auf dem Bild ist eine Mutter zu sehen, mit ordentlich gebürsteten Extensions, bauchfrei inklusive Sixpack (und auch sonst super sexy – eh klar), neben ihr fünf Kinder, vom Baby- bis ins Teenageralter, welche natürlich auch alle stylish und farblich mit dem Outfit der Mutter abgestimmt sind. Und da gibt’s selbstverständlich auch noch einen großen Hund und eine super süße weiße Katz (passend zu den weißen Designermöbeln). Bäääm! Wenn man so wie ich, auch schon mit einem Kindchen gut ausgelastet ist und man bis auf Ausnahmen, morgens immer gerne auf den guten alten Dutt zurückgreift und das gemütliche Wohlfühloutfit, dem heißen Designerfummel vorzieht, dann kann einen so ein Bildchen schon verunsichern. Oder besser gesagt: Dieses WOW-Effekt Image wirkt so gestellt und einfach nicht authentisch, dass man sich fragt wo denn da der Haken ist.

 

Wenn man´s gleich hinter sich bringt, dann hat man´s vorbei!

Es ist ja nicht wie ein Studium oder ein Projekt oder sonst eine sachliche Angelegenheit, welche einfach abzuhaken ist, da geht es um einen Menschen. Ich möchte dem zweiten Kind die gleiche Freude und Hingabe entgegen bringen wie unserem ersten Kind. Ich möchte wieder gerne schwanger sein und vor Glück übersprudeln, wenn ich das kleine Wesen auf dem Ultraschall sehe. Ich möchte die Freude darüber, auch wenn alles sicher ganz anders ist, einfach auf die gleiche natürliche Weise erleben, wie beim Ersten. Ich möchte es aus Überzeugung wollen und NICHT weil ich denke, dass ich muss, dass ich sollte, dass ich es dann hinter mir habe.

 

Und noch meine Bedenken: Kann ich das zweite Kind so lieben wie das Erste?

Das schwirrt mir immer im Kopf herum.Kann ich das zweite Kind genauso lieben wie das kleine Kerlchen? Diese Liebe zu ihm, die ist doch schon so überragend groß, er ist mein ein und alles, woher soll ich die Liebe für das zweite Kind nehmen? Kommt die wieder einfach so?

 

Vielleicht können mir (und euch) mit folgenden Kommentaren, von den lieben Mama Bloggerinnen, die seit kurzer oder längerer Zeit Mehrfachmamas sind, die Angst und die Unsicherheit vor dem zweiten Kind etwas genommen werden. ES wird jetzt Zeit für ein paar aufhellende, schöne, bereichernde, ehrliche Momente, welche die Mehrfachmamas mit uns teilen.

 

Zweifachmama Anja von Gänseblümchen & Sonnenschein schreibt:

Der kleine Detektiv ist nun seit mehr als drei Monaten mit an Board und es ist wunderbar. Er macht unser aller Leben noch bunter und ich hätte mir nie gedacht, dass sich Mutterliebe wirklich verdoppeln kann (das war meine größte Sorge)! Nach dem Wochenbett (das brauchten wir zum ankommen) und anfänglicher Unsicherheit (wie rocke ich das mit zwei Kids wohl???) läuft mittlerweile alles wunderbar. Und das Schönste: man wird doppelt zurückgeliebt und die beiden lieben sich auch. Klar fordert die Große auch Aufmerksamkeit ein, aber ich verspüre keine direkte Eifersucht oder Neid.

Mehr auf: www.gaensebluemchensonnenschein.com

 

Mama-Bloggerin Jennifer meint folgendes dazu:

Der Schritt von einem auf zwei Kinder ist enorm. Es ist auf einmal gefühlt 80% mehr Wäsche im Haus, 125% mehr Krümel und über den Lautstärkepegel will ich gar nicht anfangen zu sprechen. Dennoch bin ich unendlich dankbar, dass wir ein zweites Kind bekommen konnten und es nach Jahren des bangen doch geklappt hat, da ich keine Minute der Zeit zu viert missen möchte. Die Kuschelzeiten verdoppeln sich, Geschwisterliebe ist die tollste Liebe und die Liebe zum zweiten Kind ist genauso groß wie die zum Ersten. Das Herz wächst einfach um ein Stückchen mehr und macht Platz für die neue Liebe.

Mehr dazu auf: www.mrsjenvarga.com

 

Die frisch gebackene Zweifachmama Christina von Ich mit Kind schreibt:

Natürlich gibt es mehr zu tun und auch die Paarzeit bleibt anfangs auf der Strecke. Das wird aber wieder durch die unendliche Liebe, die ich für meine Jungs empfinde, kompensiert - auch wenn ich den Kuschelbuben manchmal bis zum Mond schießen könnte und mir manchmal wünschte, dieser kleine Vampir an meiner Brust würde lieber mal ein Butterbrot essen. Seit der Geburt des Frühlingsbabys ist mein Mamaherz gewachsen. Der Kuschelbub hat in den letzten Wochen vielleicht an gemeinsamer Zeit mit mir einbüßen müssen, aber er musste nichts an meiner Liebe zu ihm an seinen kleinen Bruder abtreten. Ich bin so verliebt in beide. Gleichermaßen.

Mehr ist unter www.ichmitkind.at zu finden

 

Die Dreifachmama Michaela schreibt auf ihrem Blog folgendes:

Ich weiß noch, wie mich die Angst am Ende der ersten Schwangerschaft gequält hat, ich könne das zweite Kind niemals so sehr lieben wie das Erste. Ich hatte Angst, mein zweites Kind zu benachteiligen und der Situation nicht gerecht zu werden.
Im Grunde genommen hatte ich keine Ahnung, und wie konnte ich wissen, dass sich die Liebe nicht halbieren und auf 2 Kinder aufteilen würde, sondern verdoppelt?

Zuvor hat mir dieser Gedanke nämlich fast das Herz zerrissen. Natürlich haben mir Freundinnen, die bereits mehrere Kinder hatten, versichert, man liebe sie alle, aber ich wusste es erst genau, als ich ein Bündel Mensch im Arm hielt und der große Bruder zur Türe herein kam um voller Stolz seinen kleinen Bruder zu bewundern.

Der Spagat zwischen den einzelnen Wünschen und Bedürfnissen ist manchmal riesengroß, manchmal klappt es besser, manchmal schlechter. Mehreren Kindern gerecht werden ist definitiv möglich. Ich mag den Satz „Jeder bekommt so viel wie er bewältigen kann“ sehr, denn er trifft bei mir in (fast) allen Lebenslagen zu.

Und hier noch mehr von ihr zum Thema: www.littlebee.at

 

Die Bubenmama Birgit von Muttis Nähkästchen meint:

Liebst du ein Kind mehr als das Andere? Diese Frage stellt sich meiner Meinung nach gar nicht. Manchmal verstehe ich das eine Kind besser, manchmal das Andere. Manchmal nervt mich das eine Kind mehr als das Andere. Und manchmal ist es umgekehrt. Manchmal ist mir das eine Kind näher als das Andere. Mal könnte ich den einen an die Wand klatschen, mal den Anderen. Aber lieben? Lieben tu ich sie gleich. Sie sind meine Jungs. Und wenn’s drauf ankommt, dann beiß‘ ich jedem ins Wadel, der ihnen zu nahe kommt – ganz egal, was mein Sohn grad angestellt hat. Ich liebe meine Kinder – unabhängig von ihrem Charakter oder ihrem Verhalten. Unsere Jungs sind mittlerweile bald 11 und 8 Jahre alt, der Altersunterschied beträgt 2 Jahre und 8 Monate. Für uns ist es gut so. In anderen Familien kann das wieder ganz anders ausschauen. Insbesondere wenn das erste Kind ein Mädchen ist.

Mehr hier: www.muttis-blog.net

 

Ihr könnt auf den jeweiligen Blogs noch mehr dazu lesen. Ihr findet da neben Beschwerden über enorme Wäsche- und Müllberge, Streitereien zwischen den Geschwistern, unaufgeräumte Wohnungen und Autos, vor allem aber einen ganzen Haufen ausgesprochener Liebe.

 

Für mich das Berührendste und Schönste ist, dass jede der Frauen schrieb, dass ihr Mama Herz gewachsen und sich ihre Liebe gleich verdoppelt hat.

 

Mit diesem Gedanken kann ich mich anfreunden!

 

Trotz all den Ängsten und der Verunsicherung bin ich überzeugt, dass in unserem Leben noch ein Menschlein Platz hat. Ein zweites Kind, ein Geschwisterchen für unseren kleinen Kerl. OH ja. Es ist gerade so schön, wie es ist.

 

Noch bin ich nicht bereit. Nicht heute. Nicht morgen. Aber sicher irgendwann.

 

 

 

 

 

 

 

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