The disease to please - warum wir Frauen immer gefallen wollen und was uns wirklich attraktiv macht

June 23, 2017

 

 

 

The disease to please, nennen es die Amis. Dies bedeutet so viel wie „die Krankheit immer gefallen zu wollen“.

Das liegt uns Frauen leider ein wenig im Blut: immer schön aussehen wollen, anderen helfen, lieb sein,…

 

Ja gut, zu einem Teil sind wir schon mit all diesen „weiblichen Eigenschaften“ und bestimmten Idealvorstellungen wie eine Frau eben sein sollte, erzogen worden, aber auf der anderen Seite pflegen wir dieses auf uns Frauen haftende Image und die Anforderungen dafür auch unser ganzes Leben lang eigenständig weiter.

 

Manchmal hilft es uns sogar, verschafft uns vielleicht kurzfristig Vorteile, aber meistens ist es ganz schön anstrengend, total nervig, es kostet uns unendlich viel Energie. Das Schlimmste dabei ist, dass wir uns dabei selbst aus den Augen verlieren, keine Kraft mehr für uns selbst aufbringen können, vor lauter selbstauferlegtem Druck keine Lust mehr haben, uns um uns selbst zu kümmern. Es macht uns dauermüde. Unterm Strich sind wir vielleicht nicht mal mehr die Person, die wir eigentlich sein wollen. Wir verstellen, verbiegen und bemühen uns bis ins unendliche. Nur um zu gefallen.

 

Und wozu das Ganze?

 

Unser Antreiber heißt Anerkennung!

 

Jeder Mensch liebt und braucht Anerkennung – einfach jeder. Damit wir die bekommen, nehmen wir auch so einiges auf uns. Bei uns Frauen scheint der Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung oft besonders ausgeprägt zu sein. 

 

Wir und unser Aussehen...

Was in der Pubertät beginnt, zieht sich bis ins Erwachsenenalter hindurch. Medien, Modebranche & Co vermitteln uns Tag täglich wie wir auszusehen haben. Es gibt da weder für ein 21-jähriges Mädchen, noch für eine Mutti, die bereits drei Kinder zur Welt gebracht hat, erbarmen. Auch eine Mama muss nämlich stets hot aussehen! Und weil wir eben lieber die Anerkennung bekommen und weniger für unseren Bauchspeck, Cellulite und weitere „Fehler“ gesellschaftlich gesteinigt werden wollen, tun wir möglichst alles dafür, dem Bild zu entsprechen, das uns als Ideal geimpft wird.

 

Wir sind also einem ständigen Druck von der Außenwelt ausgesetzt, aber richtig ermüdend und energiesaugend ist der eigene Druck, den wir uns auferlegen: wir vergleichen uns mit anderen, setzen uns fast unmögliche Schönheitsziele (von Diäten bis Schönheits- OP´s) und drücken uns in unserem eigenen Selbstwert immer weiter nach unten.

 

Wir werden unsicher, kriegen Neidgefühle gegenüber anderen, werden zynisch und verschlossen und fühlen uns einfach nicht wohl – aber Hauptsache wir sind schön!

 

Gefallen wollen drückt sich aber nicht nur in Form von Aussehen aus, sondern auch damit, was wir alles tun und leisten für andere, um zu gefallen.

 

Wir und unser Helferdrang/ Bemutterung...

„Man kann es nicht allen recht machen“, lautet ein beliebter Leitspruch, der immer mal wieder gerne halbherzig dahingesagt wird. Aber in Wahrheit lautet der innere, meist unbewusste Leitspruch vieler Frauen eher umgekehrt: Ich möchte es allen recht machen! Den Familienmitgliedern, dem Arbeitskollegen, der Nachbarin, der besten Freundin, usw.

 

Puuuuh sehr anstrengend, oder?

 

Es wird jedenfalls nicht weniger gemeckert oder mehr Dankbarkeit gezeigt und durch dieses „recht machen wollen“ orientiert man sich ja auch immer an den Bedürfnissen des anderen und dabei weniger auf die eigenen.

 

Liegt das auch irgendwie in unseren Genen?

 

Mag sein. Zumindest kennen wir es über Generationen nur so: Als Frau ist man aufopfernd, man muss zurückstecken und sich am besten auch noch unterordnen. Na gut, diese Ansicht gehört vielleicht noch zu 19Hundert-Schnee, aber dennoch steckt es zum Teil noch in uns drin, mehr als wir vielleicht glauben würden.

 

Es gab weder für unsere Großmütter oder für unsere Mütter, noch für uns selbst geeignete Vorbilder, die uns zeigen, dass Selbstfürsorge ebenso wichtig ist, wie die Fürsorge für andere und dass es nicht nötig ist, alles mögliche für Jedermann (ich schreibe bewusst Mann) zu tun.

 

Wenn man mal an die Männer denkt: sie nehmen die Aufgabe, sich um andere zu kümmern, viel gelassener. Sie machen sich da einfach keinen Stress. Zumindest ein Quäntchen davon, können wir uns von ihnen abschauen.

 

Natürlich ist es schön, wenn wir was für andere machen, aber uns darf einfach bewusst werden:

Wir müssen es nicht, wenn wir es nicht wollen! Basta.

 

Und was wird dann aus der Anerkennung?

 

Die bekommen wir auch, wen wir uns weniger verausgaben. Vielleicht sogar noch viel mehr, weil wir auf einmal authentischer sind. Und wenn nicht, dann eben nicht. Außerdem dürfen wir uns vor allem selbst mit Anerkennung überhäufen für das, was wir täglich leisten.

 

Nicht nur die Großen, sondern vor allem die kleinen Dinge. Nur wer Kleinigkeiten als Erfolgserlebnisse verbucht und bewusst wahrnimmt, kann Gefühle wie Ruhe, Zuversicht, Zufriedenheit, Aufgeräumtheit, Leichtigkeit und Freude verspüren. Barbara Volkwein schreibt in ihrem Buch „Die etwas gelassenere Art Mutter zu sein“: Es ist wie bei einer Wäscheleine. Die Pfähle, die die Leine halten sind die großen Freuden, aber das Leben spielt sich in den Kleinen, täglichen Erfolgserlebnissen ab, in den vielen bunten Kleidungsstücken an der Leine, die das Bild beleben.

 

Es reicht doch wirklich an guten und liebevollen Taten, was wir alleine jeden Tag für unsere Kids veranstalten, damit es ihnen gut geht und es ihnen an nichts fehlt. Wir können also dem Mann, den Arbeitskollegen, den Freunden, den Eltern, der Frau an der Wursttheke und wem wir sonst noch so gerne alles recht machen wollen, ruhig zutrauen, dass sie es schon selbst gebacken kriegen. Und auch wenn wir uns nicht um jeden kümmern und es auch bewusst niemandem versuchen recht zu machen - wir sind dennoch liebenswert!

 

Es ist bewundernswert, wenn wir Frauen gut für uns sorgen können. Emotional, nicht finanziell. Wenn wir klar sagen was uns glücklich macht und wann wo unsere Grenze ist bzw. wann uns etwas zu viel ist. Das nimmt auch ganz viel Druck weg, wenn man sich nicht immer für alles verantwortlich fühlt.

 

Innerer Frieden und Gelassenheit sind sehr attraktiv!

 

Um das zu erlangen, reicht es schon immer wieder mal Nein zu sagen. Vorwiegend bei Dingen die sehr belastend sind (andere Menschen bei Laune halten etc.). Man wundert sich, wie gut die Leute eine Grenze akzeptieren, wenn man es klar formuliert.

 

Jede Frau sollte Visionen und Träume, jenseits der Familie, einfach nur für sich haben. Das müssen nicht immer einen Haufen neue Projekte sein, sondern Visionen und Alltagsträumereien nur für sich - einfach um sich selbst zu gefallen.

Denn:

 

Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen!

 

 

 

 

 

 

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