Das Outing: Ich bin eine Rabenmutter

May 11, 2017

 

Keine Mama gibt gerne zu, dass sie Dinge, die ihr Kind betreffend nicht richtig macht, gestehe denn, dass sie eine Rabenmutter ist. Als Mama muss man sich ständig verteigen, sich rechtfertigen für das was man tut und wie man es tut. Der Gesellschaft gegenüber (Fürsorge, Erziehung, Förderung) und sich selbst (schlechtes Gewissen) gegenüber und manchmal auch gegenüber der Kinder (das ist so unfair!).

Wichtig ist, hinter seinem Handeln zu stehen und sich immer vor Augen zu halten: Jeder macht so gut wie er kann. Jede Mama versucht ihr absoulut Bestes zu geben. Was nicht heißt, dass das immer das Richtige für das Kind ist. Die Hauptsache ist doch die Tatsache, dass wir alle immer aus Liebe zu unseren Kindern, uns selbst und der ganzen Familie handeln. 

Ich schließe mich daher gerne der Mama-Blogparade von Muttis Nähkästchen Bloggerin Birgit an und bekenne mich zur Rabenmutter. Kurz vor dem Muttertag gehört es mal gesagt, von der Seele geschrieben, eingestanden und akzeptiert!

 

 

 

Warum ich eine Rabenmutter bin...

 

Ich backe richtig scheise. Eine gute Mutter muss backen können. Ich nicht. Mein Bruder wäre vor kurzem fast an meinem staubtrockenen Gugelhupf erstickt. Sorry nochmals!

 

Ich tue so als ob. Zum Beispiel tu´ ich nachts neben meinem Partner manchmal so, als ob ich den Kleinen der sein Fläschchen via Babyphon fordert, nicht hören würde. Ich stelle mich schlafend, mit der Hoffnung, dass dann vielleicht mal mein lieber Mann aufsteht. Klappt in 99% der Fälle nicht, weil mein Mann tatsächlich irre tief schläft und nix mitkriegt und ich es nach ca. einer Minute nicht aushalte, dass unser Zwerglein weint und niemand rübergeht. Ich muss dann also meine Tarnung aufgeben und selbst raus aus den Federn. Diesen Versuch starte ich auch gerne morgens um halb sechs, wenn unser kleiner Frühaufsteher raus aus dem Bett und gleich spielen möchte. Leider auch hier geht die Rechnung, dass er statt mir aufsteht, in nur einem von zehn Fällen auf. An Muttertag vielleicht wieder...Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

 

Ich lenke mein Kind mit Zucker ab. Es kommt ein wichtiger Anruf, ein Mail muss sofort beantwortet werden, der Parnter möchte was wichtiges erzählen...Kinder haben kein Verständnis für solche Momente und wollen dennoch beschäftigt werden (zumindest wenn sie so klein sind). Wenn ich also einen Moment brauche um etwas zu erledigen etc., dann lenke ich ihn mit Keksen und Kuchen ab. Drei Minuten Ruhe garantiert!

 

Ab 19 Uhr bestehe ich auf Feierabend. Kind noch nicht müde, will noch weiterspielen, keine Lust aufs Bett? Das ist mir egal. "Der ganze Tag gehört dir, nun möchte ich ein paar Stunden Zeit für mich haben" - lautet die Devise. Was mich auch gleich zum Nächsten bringt:

 

Ich bin egoistisch und kümmere mich auch mal nur um mich selbst. MIr ist wichtig, dass es auch mir gut geht. Meine Meinung ist, dass man sich als Frau um sich selbst kümmern muss, sonst macht das eh keiner. Kümmern heißt für mich, ich bin gut zu mir, nehme mir Auszeiten, ich gönne mir Dinge; die mir gut tun; die mich froh machen, fordere meine Bedürfnisse ein.

 

Damit mein Partner und ich Zeit für uns alleine haben, lassen wir unseren Bub einmal die Woche bei Oma schlafen. Ich werde da von Anderen gerne mal mit "Na wenn es dir nichts ausmacht, dass dein Bub so oft bei der Oma schlafen muss... Für uns wärs nichts, aber das muss jeder selbst wissen" konfrontiert. Mir egal. Wir lieben es. Alltagsprobleme werden an diesem Abend nicht besprochen. Wir gehen aus, unternehmen etwas, das uns gerade freut oder entspannen zuhause auf der Couch, drehen abends mal wieder die Musik laut auf, trinken ein paar Gläschen, schlafen einfach mal durch. Wir brauchen das. An alle Hater: Der Kleine liebt es obendrein auch noch bei Oma zu schlafen!

 

Ich bin eine miese Hausfrau. Meine Oma pflegt immer zu sagen "Wenn man gleich alles wegräumt, dann hat man nie Saustall". Ja das mag sein, aber ich wäre jeden Abend depressiv, wenn ich den ganzen Tag nichts anderes tun würde, als meinen Männern hinterher zu räumen. Den Saustall so zu lassen wie er ist, bringt oft mehr inneren Frieden, als der selbst auferlegte Druck immer alles perfekt glänzend haben zu müssen. Ich könnte meiner Schwiegermutter stundenlang dabei zusehen, mit welcher Hingabe sie ihren Haushalt pflegt. Mit voller Liebe macht sie das. "Das entspannt mich so", sagt sie. Ich lasse mir von ihr sogar die Fenster putzen. Sie macht das so gerne, wie toll ist das denn?! Ich kann das nicht nachvollziehen, mich stresst Haushalt und ich finde es unbefriedigend jeden Morgen wieder bei Null anzufangen.

 

Ich nehme mir regelmäßige Auszeiten und schreibe einen Blog über Mama Auszeiten. Das ist doch der Beste Beweis dafür, dass ich eine Rabenmutter bin. Ich bin mal gefragt worden: "Auszeiten kann man doch auch mit Kindern machen. Warum ist es dir so wichtig, dass diese immer ohne Kids gemacht werden?". Die schönste Zeit für mich ist natürlich die, welche ich mit meinem Kind verbringe. Aber Me-time heißt Zeit für MICH. Ich liebe und vergöttere meine beiden Männer, aber manchmal muss ich einfach raus. Alleine. Ich brauche hin und wieder Einsamkeit und niemand der was von mir braucht.

 

 

So das wars. So bin ich. So leb ich. So ist es nun mal.
 

 

 

 

 

 

Was macht euch zur Rabenmutter?

 

 

 

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